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Lettland-Estland

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Anreisetag: Start unserer Lettland- und Estland-Rundreise

Eine Woche Lettland und Estland – die perfekte Sommer-Rundreise für alle, die den Norden abseits der bekannten Pfade entdecken wollen. Unsere Route führte uns von Riga über den Gauja-Nationalpark, Tartu und Pärnu bis zur Insel Saaremaa (Kuressaare) und schliesslich nach Tallinn.

Als wir uns überlegt haben, wo wir diesen Sommer zu zweit für eine Woche in den Urlaub fahren, war für uns sofort klar: Wir wollen in den Norden. Nur wohin genau, war noch offen. Wir haben aber beide ziemlich schnell gesagt, dass man Lettland, Estland und Litauen oft etwas vergisst, weil sie nicht als erste Idee kommen, wenn man an den Norden denkt.

Auf einen Blick: Unsere Lettland- und Estland-Rundreise

  • Dauer: 7 Tage
  • Route: Riga → Gauja-Nationalpark → Tartu → Pärnu → Saaremaa (Kuressaare) → Tallinn
  • Anreise: Flug mit Air Baltic Zürich–Riga
  • Fortbewegung: Mietwagen
  • Organisiert über: Travelhouse
  • Beste Reisezeit: Sommer

Dann war eigentlich schnell klar: Komm, wir machen das! Da wir nur eine Woche Zeit hatten, haben wir Litauen für diese Reise weggelassen. Die Distanzen sind zwar nicht so gross, aber wir wollten es entspannt angehen und nicht in Stress ausarten lassen.

Wir haben uns überlegt, was wir auf jeden Fall machen möchten, und den Rest dachten wir, kann man uns dann im Reisebüro empfehlen. Bei Travelhouse haben wir eine super Beratung bekommen und uns eine tolle individuelle Lettland- und Estland-Rundreise zusammenstellen lassen.

An einem Freitagabend sind wir dann Richtung Riga abgeflogen. Geflogen sind wir mit Air Baltic, es ging alles ohne Probleme. Wir haben uns noch etwas zu essen vorbestellt, was echt gut war. Nach der Landung haben wir nur etwa 20 Minuten auf das Gepäck gewartet und waren schnell aus dem Flughafen raus. Da wir mit der Zeitverschiebung kurz vor Mitternacht gelandet sind und keine ÖV mehr fuhren, haben wir über Bolt vorab ein Auto bestellt. Das war wirklich unkompliziert: Der Fahrer hat uns abgeholt und zum Hotel gebracht. Vom Flughafen zum Hotel waren es nur rund 20 Minuten.

Wir haben kurz im Mercure Riga Centre eingecheckt und sind dann ziemlich schnell schlafen gegangen.

Riga erkunden: Erster Stopp der Baltikum-Rundreise

Den nächsten Tag haben wir genutzt, um Riga zu entdecken. Nach dem Frühstück sind wir zu Fuss in Richtung Altstadt gelaufen, von unserem Hotel waren es etwa 10–15 Minuten. Wir sind durch die wirklich schönen Gassen spaziert. Beim Schwarzhäupterhaus sind wir dann auch hineingegangen. Dieses wurde, nachdem es im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, neu aufgebaut und 1999 wiedereröffnet. Im Haus erfährt man auf drei Stockwerken die Geschichte dieses Gebäudes. Der Keller ist noch fast vollständig erhalten geblieben und wurde toll hergerichtet, sodass man ihn gut besichtigen kann.

Anschliessend haben wir uns kurz in eines der zahlreichen Restaurants mit den riesigen Gartenterrassen gesetzt und ein lokales Bier probiert.

Dann ging es zum Zentralmarkt von Riga, der täglich geöffnet ist. Ein riesiger Markt, der sich auf fünf Lagerhallen und einen Aussenbereich verteilt, mit Ständen für Gemüse, Früchte, Fleisch, frischen Fisch und vieles mehr. Zudem gibt es Essensstände mit lokalen Spezialitäten. Wir haben uns etwas zu essen geholt und dem bunten Treiben eine Weile zugeschaut.

Wenn man in Riga ist, sollte man den Zentralmarkt unbedingt besuchen – auch wenn man nichts kaufen möchte. Schon nur hindurchzulaufen ist ein Erlebnis.

Danach wollten wir noch in den etwas neueren, moderneren Stadtteil, doch dann kam ein Wolkenbruch und es fing an zu regnen. Erst nur leicht, dann so richtig heftig. Wir sind in ein Café geflüchtet, das die grossen Fenster offen hatte, so konnten wir dem Regen zuschauen und waren trotzdem an der frischen Luft. Es war ein kleines, süsses, lokales Café mit vielen leckeren hausgemachten Sachen – ein richtiger Glücksgriff, den wir da gefunden haben.

Als der Regen aufgehört hat, sind wir noch kurz durch das Viertel gelaufen und dann Richtung Wasser zur Düne (Daugava). Nachdem wir kurz am Wasser entlang spaziert sind, sind wir wieder in die Altstadt zurück. Es gibt so viele versteckte Gassen und schöne Orte. Es lohnt sich wirklich, einfach durch die Stadt zu laufen und in jede Gasse mal hineinzuschauen. Ich hatte mir vorab ein paar bekannte Spots notiert, und die „Drei Brüder“ haben wir dann auch noch gefunden – ein berühmtes dreiteiliges Gebäudeensemble aus dem Mittelalter und Standort des Lettischen Architekturmuseums. Das Museum war leider schon geschlossen, als wir ankamen.

Als der grosse Hunger kam, haben wir versucht, ein Restaurant mit lokaler Küche zu finden. Es gibt sehr viele Restaurants mit internationaler Küche, und man muss ein bisschen schauen, dass man nicht einfach im nächstbesten Restaurant landet. Wir haben dann ein schönes Restaurant gefunden, und das Essen und der Service waren sehr gut. Man muss beachten, dass die Menüs zum Teil ohne Beilagen sind – diese muss man dazubestellen, sonst hat man eventuell etwas zu wenig auf dem Teller.

Wir wollten noch die berühmte Aussicht über Riga geniessen und sind zur Petrikirche. Dort kann man für 9 Euro mit dem rustikalen Lift auf den Turm hinauffahren und wird nicht enttäuscht – die Aussicht ist mega. Es gibt noch andere Möglichkeiten, die Aussicht auf Riga zu geniessen: zum Beispiel von der Aussichtsplattform der Lettischen Akademie der Wissenschaften oder aus der Skybar im Radisson Blu Hotel, allerdings ist man dort jeweils etwas weiter weg.

Riga – Gauja Nationalpark

Am nächsten Tag ging es dann zur nächsten Übernachtungsstation in den Gauja-Nationalpark. Die Wege sind nicht so weit, und so kann man unterwegs einiges unternehmen. In Sigulda haben wir uns auf einen Parkplatz gestellt und sind in Richtung Burg Turaida gelaufen. Man könnte auch mit einer Seilbahn hinüberfahren und von dort weiterlaufen, aber wir wollten noch zu den Gutmannshöhlen. Dort dachten wir, wir gehen noch ein Stück die Treppen hinauf, weil wir annahmen, dass dort noch mehr Höhlen kommen würden – dem war aber nicht so. Es ist einfach ein anderer Weg Richtung Turaida, und die Treppen hören gefühlt nicht mehr auf und sind sehr steil. Mit schwerem Atem sind wir oben angekommen und den Wanderweg weitergelaufen, kamen dann aber irgendwie auf einer Wiese bei einem Haus heraus und fragten uns, ob wir hier richtig sind. Es gab dann aber doch wieder einen normalen Weg, und wir sind ein Stück durch dieses Quartier – nenne ich es jetzt mal – gelaufen. Das war auch cool, so sahen wir noch etwas mehr von der Gegend im Gauja-Nationalpark.

Bei der Burg angekommen, haben wir festgestellt, dass der Besuch Eintritt kostet. Wir hatten uns ehrlich gesagt nicht gross informiert, wo man gratis hin kann und wo man Eintritt zahlt, und haben meist spontan entschieden. Hier waren es 8 Euro pro Person, was wir völlig okay fanden – schliesslich waren wir weit gelaufen. Es hat sich auch gelohnt: Es ist ein sehr schöner Park mit vielen Möglichkeiten zum Spazieren, dazu eine kleine Kirche und ganz viele Steinfiguren. Das ist irgendwie das grosse Ding in Lettland und auch in Estland: Wir fanden fast überall auf unserer Reise irgendwelche Steinfiguren. Dann kommt man zur Burg Turaida (auf Lettisch Turaidas pils), man kann fast überall hineingehen und es wird erklärt, was dort war und wie es früher ausgesehen hat. Man kann auch auf die Türme hinauf, es sind halt enge Treppen und man muss etwas aufpassen, da man nicht aneinander vorbeikommt. Aber die Aussicht vom Hauptturm war mega und hat sich absolut gelohnt.

Wir haben dann im Restaurant „Tūrists“ cafe, Cečin ieka restorāns, das gleich beim grossen Parkplatz vor dem Eingang liegt, noch etwas Leckeres gegessen. Danach haben wir uns wieder auf den Weg zum Auto gemacht – dieses Mal der Strasse entlang – und sind weiter zu unserem nächsten Hotel gefahren.

Das Karlamuiza Country Hotel liegt mitten im Gauja-Nationalpark und wunderschön in der Natur. Es ist dort traumhaft: Das Zimmer war super gross, man kann im Garten sitzen oder in der Hängematte liegen, spazieren gehen oder den Störchen zuschauen. Das Abendessen wird immer frisch gekocht, es gibt einfach ein Menü, aber es war wirklich sehr gut. Das Frühstück war auch super, es gab frisch zubereitete Leckereien wie Rührei, Pfannkuchen, Toast mit Gemüse und Käse überbacken – und sonst alles, was man in so einem Landhotel erwartet. Das Frühstück konnten wir draussen im Garten geniessen.

Gauja-Nationalpark bis Tartu: Von Lettland nach Estland

Leider hatten wir nur eine Nacht in diesem Hotel und haben uns dann auf die Weiterfahrt gemacht. Wir haben im Ort Cesis Halt gemacht – dieser Ort gilt laut Google als eine der schönsten lettischen Städte. Cesis ist ein kleiner Ort mit malerischen Häusern und einigen schönen Läden, Cafés und Restaurants im Dorfkern. Zudem gibt es eine Burgruine, die man besuchen kann. Dort sind wir dann nicht hineingegangen, da wir ja am Vortag schon eine Burg besichtigt hatten. Es soll aber ganz cool sein: Wir haben im Hotel ein Schweizer Paar kennengelernt und zufällig später noch einmal getroffen. Sie haben uns erzählt, dass man dort eine Laterne bekommt und damit durch die dunklen Räume geht – also richtig authentisch.

Anschliessend ging es Richtung Tartu, also nach Estland. Dort gibt es das Upside Down House, estnisch tagurpidimaja. Das ist ein Haus, das komplett auf dem Kopf steht – samt Einrichtung. Man zahlt 8,50 Euro pro Person Eintritt, was für die relativ kurze Besuchszeit schon etwas viel ist. Aber wir fanden es ein cooles Erlebnis und haben gesagt: Machen wir! Zum Herumlaufen ist es echt speziell, schwindelfrei sollte man möglichst sein. Wenn man hineingeht, wird einem schon kurz schwindlig im Kopf – mir ging es jedenfalls so. Es ist aber ein lustiges Erlebnis und ich kann es für eine Estland-Rundreise empfehlen.

Danach sind wir Richtung Lake Peipus (Peipussee) gefahren und haben unterwegs ein richtig tolles Restaurant gefunden. Mõisa Talli Pubi ist in einem umgebauten Schopf, und die Terrasse geht nach hinten raus, mit Blick auf die alten Gemäuer des Hofes und die Wiesen, auf denen wohl früher die Tiere waren. Wir haben hier klassische Dumplings bestellt, die echt lecker waren. Nicht weit vom Restaurant liegt das Alatskivi Castle, wo wir einen kurzen Spaziergang im Schlossgarten gemacht haben. Man könnte das Schloss auch von innen anschauen, aber da wir in Schottland schon so viele Schlösser von innen gesehen haben, haben wir es hier bei der Aussenansicht belassen. Es ist ein wirklich schönes Schloss, fast ein bisschen märchenhaft.

Anschliessend sind wir noch kurz zum Lake Peipus gefahren, durch den die Grenze zu Russland verläuft. Er ist dreimal so gross wie der Bodensee und der grösste grenzüberschreitende See in Europa.

Dann machten wir uns auf den Weg zurück nach Tartu zu unserem Hotel. Das Hotel Antonius erinnert etwas an die elegante barocke Zeit, passt aber irgendwie sehr gut zu diesem Ort. Unser Zimmer war der Wahnsinn: richtig gross mit antiker Einrichtung.

Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, sind wir Richtung Rathausplatz gelaufen, der nur knapp drei Minuten entfernt ist. Vor dem Rathaus steht der berühmte Brunnen mit den küssenden Studenten. Wenn man über den schönen Platz läuft, kommt man zum Fluss Emajõgi. Dort entlang gibt es einige Bars, wo man sich einen leckeren Drink gönnen kann. Das haben wir auch gemacht und sind dann noch etwas am Fluss entlanggelaufen, bevor wir uns ein gutes, währschaftes Abendessen in einem der Restaurants auf dem Rathausplatz gegönnt haben.

Etwas erhöht liegt der Toomemägi mit einem Park, der zu einem Verdauungsspaziergang einlädt. Dort findet man unter anderem diverse Denkmäler, historische Gebäude, eine Sternwarte und die Ruinen der Domkirche. Eigentlich könnte man auch auf die Türme hinauf und hätte eine tolle Aussicht, aber am Abend war diese Möglichkeit leider schon geschlossen.

Anschliessend sind wir noch einmal in eine Bar am Fluss und haben dem bunten Treiben der Stadtbewohner zugeschaut. Wir waren erstaunt, dass an einem normalen Montagabend so viel los war. Klar, es bleibt lange hell und man geht vielleicht nicht so früh schlafen, aber die müssen ja doch auch arbeiten gehen?

Von Tartu nach Pärnu: Nationalpark Soomaa und Ostseeküste

Das Frühstück wurde – wie erwartet – in einem eleganten barocken Raum serviert, mit einem tollen Buffet. Zusätzlich hätte man sich noch zum Beispiel Rührei, Omelette oder Porridge bestellen können.

Dann ging es für uns weiter in den Soomaa-Nationalpark. Dort gibt es einige Wanderwege durch die Moore, über die man auf Holzstegen läuft – solche Bilder hat vermutlich jeder schon einmal gesehen. Ähnliche Stege gibt es in fast jedem Nationalpark in Lettland und Estland. Da wir uns nicht gross informiert hatten, wo genau diese Wege starten – was man besser tun sollte, es gibt auch ein Informationsbüro im Park – mussten wir etwas suchen. Wir hatten aber Glück und fanden schnell einen kleinen Parkplatz, wo einer dieser Wege startet. Dieser Rundweg ist ca. 4,5 km lang und führt durch die wunderschöne Natur im Soomaa-Nationalpark. Es gibt auch einen Aussichtsturm, und wenn man Glück hat, kann man Tiere sehen, unter anderem auch Elche. Wir hatten leider kein Glück, aber es war trotzdem wunderschön. Man könnte auch in einem der kleinen Seen schwimmen. Der Weg heisst Riisa õpperada.

Dann ging es nach Pärnu, das nicht mehr weit vom Soomaa-Nationalpark entfernt liegt. Pärnu hat eine richtig süsse Innenstadt mit vielen alten Häusern. Wir sind zuerst in ein cooles Café gegangen, das ich im Internet entdeckt hatte. Es ist richtig schön kitschig und farbig eingerichtet. Zudem gibt es viele leckere Sachen und ein tolles Kuchenbuffet.

Beim Hotel angekommen, war unser Zimmer noch nicht ganz bereit und wir haben an der Bar noch etwas zu trinken offeriert bekommen. Das Hotel Rannahotell liegt direkt am Meer, dazwischen ist eigentlich nur die Strandpromenade – also super gelegen. Als wir in unser Zimmer konnten, waren wir total überrascht: Das war eher eine Suite. So ein grosses Zimmer hatten wir nicht erwartet – ein riesiges Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein Balkon, dazu Sicht aufs Meer. Schade, dass wir nur eine Nacht dort hatten, aber fürs nächste Mal wissen wir das jetzt.

Dann haben wir uns strandfertig gemacht und sind die paar Meter zum Strand gelaufen. Es war gerade Ebbe und man konnte ewig weit hinauslaufen. Der Strand ist super: Man kann Beachvolleyball, Fussball oder Handball spielen, sich Velos oder Carts mieten, es gibt diverse Angebote für Kinder, Beachbars und vieles mehr.

Nach einem Drink an der Beachbar und einer Dusche haben wir gleich im Hotel zu Abend gegessen. Wir wurden nicht enttäuscht, es war sehr lecker. Beim Dessert hat es dann wieder einmal angefangen zu regnen – das wurde während der Reise fast zur Tradition, dass es irgendwie immer dann kurz mal geregnet hat, wenn wir irgendwo etwas gegessen haben. Es war zum Glück nur kurz, aber intensiv. Wir konnten danach noch einen Spaziergang am Strand machen. Es ist schon cool, wenn du nach 22 Uhr noch fast im Hellen im Wasser dem Strand entlanglaufen kannst und dann den Sonnenuntergang geniesst. Es waren auch noch einige, die schwimmen gingen. Irgendwie eine ganz andere Welt.

Wir haben gesagt: Das nächste Mal machen wir in Pärnu länger Halt. Es ist wirklich so toll dort, und man könnte noch so viel mehr machen. Wenn ihr also eine Estland-Rundreise plant, nehmt euch für Pärnu unbedingt etwas mehr Zeit.

Von Pärnu nach Saaremaa (Kuressaare): Fähre und erste Eindrücke

Das Frühstücksbuffet war übrigens auch sehr gut, und wir sind gestärkt Richtung Fähre gefahren, um nach Saaremaa zu gelangen. Die Überfahrt kostet 20,60 Euro und dauert knapp 30 Minuten. Wir hatten nicht im Voraus reserviert, es hatte aber noch genug Platz. Auf der Fähre gibt es gute Verpflegungsmöglichkeiten, und man kann draussen oder drinnen die Aussicht geniessen. Man kommt zuerst auf der Insel Muhu an – auch diese kleine Insel hat viel zu bieten. Eigentlich hätten wir hier gerne übernachtet, aber da war schon alles ausgebucht. Wir haben eine kleine Runde über die Insel gedreht, weil wir noch etwas von Muhu sehen wollten. Als erstes haben wir den Üügu Park angesteuert, eine wunderschöne Steilküste mit herrlicher Aussicht, an der man auch etwas wandern kann.

Danach sind wir einfach etwas weitergefahren. Manchmal sind wir einfach drauflos und dabei auch mal in einer Sackgasse gelandet – aber genau das macht für uns eine individuelle Baltikum-Rundreise aus.

Irgendwann sind wir in Koguva gelandet. Dort gibt es ein tolles Freilichtmuseum und am Meer ein sehr schönes Restaurant. Vis-à-vis gibt es noch eine Unterkunft, die mir dann bekannt vorkam – die hatte ich bei meinen Vorbereitungen auf die Reise auf einem anderen Blog (Travel-Sisi) gesehen. Diese Unterkunft habe ich mir gleich notiert, dort muss es toll sein. Sie heisst Bottengarn.

Dann sind wir über den Damm nach Saaremaa hinübergefahren. Auch dort haben wir nicht einfach die Hauptstrasse direkt zu unserem nächsten Hotel genommen, sondern sind möglichst am Meer entlang gefahren. In Leisi sind wir Richtung Angla Windmühlenpark abgebogen. Dort stehen an der Strasse fünf Windmühlen – vier estnische und eine, die eher an eine holländische erinnert. Man kann die Windmühlen gut von der Strasse aus anschauen und fotografieren, am Zaun entlanglaufen oder 8 Euro Eintritt zahlen und sie von innen besichtigen. Für Kinder gibt es einiges zu entdecken: Tiere, Traktoren zum Draufsitzen und schöne Picknicktische zum Verweilen. Wir sind auch hineingegangen, und es war wirklich interessant, die Windmühlen von innen zu sehen. Man kann jeweils bis nach oben steigen und sich den Unterschied zwischen der holländischen und den estnischen Windmühlen anschauen.

Dann ging es weiter nach Kuressaare in unser nächstes Hotel Meri, direkt am Hafen gelegen. Eigentlich ein schönes Hotel mit toller Aussicht auf den Hafen und die Burg, dazu ein Spa-Bereich, den wir aber nicht genutzt haben, da wir das auch anderswo machen können. Allerdings wurde es immer wärmer, das Zimmer war direkt der Sonne ausgesetzt und es gab keine Klimaanlage. Es war zum Schlafen einfach zu heiss, und ich habe in den beiden Nächten nicht so gut geschlafen.

Wir haben dann kurz unsere Sachen ausgepackt und sind Richtung Burg gelaufen. Die Burg ist komplett von Wasser umgeben, man kann einmal am Burggraben rundherum laufen. Natürlich kann man auch in die Burg hinein und hinauf auf die Türme. Bei uns war die Burg aber schon geschlossen. Zudem fand in dieser Woche ein Opernfestival statt, das wohl jedes Jahr durchgeführt wird. In diesem Jahr war Südkorea zu Gast. Wir hatten uns noch gewundert, warum es bei unserer Ankunft so viele Koreaner hatte – sonst haben wir kaum welche gesehen. Deshalb stand neben der Burg ein riesiges Zelt. Wer hier perfekte Burgfotos wollte, hatte dieses Mal Pech.

Wenn man auf der anderen Seite hinausläuft, kommt man noch an zwei schönen alten Häusern vorbei. Das eine ist ein Hotel und das andere in Privatbesitz.

Die Stadtmitte von Kuressaare ist von schönen Häusern gesäumt und erzählt viel Geschichte. Durch das Opernfestival hatte es wohl deutlich mehr Leute im Ort als sonst. Deshalb war es auch etwas schwierig, einen Platz in einem Restaurant zu bekommen – alle wollten offenbar vor der Vorstellung essen gehen. Wir sind schliesslich wieder zur Burg zurück, wo es mit dem Kuressaare Kuursaal noch ein Restaurant gibt. Eigentlich wollten sie uns auch schon wieder wegschicken, aber die Kellnerin merkte wohl, dass wir schon länger auf der Suche waren, und hat uns dann doch einen der grösseren Tische gegeben. Eigentlich gäbe es eine tolle, grosse Fischkarte und das Essen soll wirklich gut sein, aber wir hatten schon ein paarmal Fisch und wollten mal wieder Fleisch. Das war dann ebenfalls sehr lecker. Zum Dessert kann man sich etwas vom Kuchenbuffet aussuchen – auch das sah sehr gut aus.

Insel Saaremaa entdecken: Ausflugstipps ab Kuressaare

Da wir zwei Nächte in Kuressaare waren, konnten wir die Insel Saaremaa etwas intensiver entdecken. Wir sind am Morgen nach dem Frühstück los Richtung Sõrve-Leuchtturm an der südlichsten Spitze der Insel. Einen Besuch dort kann ich auf jeden Fall empfehlen – es ist wunderschön. Da wir so früh waren, hatten wir die Umgebung fast für uns allein. Man kann bis ganz vorne zur Spitze laufen und, wenn man etwas mutig ist, auf die Ruinen klettern und dort die Aussicht geniessen. Wir haben uns Zeit genommen und die Ruhe richtig ausgekostet. In einer kleinen Halle gibt es auch noch einen kleinen Handwerkermarkt, den ich gar nicht gesehen hätte, wenn ich nicht auf die Toilette gemusst hätte. Ob der immer dort ist, weiss ich nicht. Ich bin jedenfalls nicht mit leeren Händen zurückgekommen. Beim Parkplatz gibt es noch zwei Cafés, beide sehen einladend aus, man muss sich einfach für eines entscheiden. Wir haben das mit der Aussicht aufs Wasser genommen. Allgemein muss ich sagen: Die Restaurants und Cafés in Estland wie auch in Lettland sind oft sehr gemütlich und einladend eingerichtet – jedenfalls die, die wir gesehen haben.

Eigentlich ist es an der Küste auf Saaremaa meist flach, aber im Norden gibt es die Panga-Klippe – etwas steilere Felswände. Zu diesen sind wir dann gefahren. Es gibt einen grossen Parkplatz, und man kann schön an der Felswand entlanglaufen oder zwischendurch in den Wald hinein. Man könnte auch an einem Seil hinunter zum Strand klettern, das sah für uns aber etwas gefährlich aus. Von oben oder von der Seite sah es sowieso schon beeindruckend aus. Es gibt einige Möglichkeiten, sich hinzusetzen und zu picknicken. Beim Parkplatz gibt es einen kleinen Imbissstand, aber wir wollten etwas Richtiges essen und sind deshalb in das Restaurant ein paar Meter weiter die Strasse zurückgefahren. Im Kliff Butiik Restaurant haben wir unsere „Tradition“ fortgeführt – beim Essen hat es wieder angefangen zu regnen, dieses Mal ziemlich stark. Wir konnten noch fertig essen und sind dann hinein. Innen ist es richtig schön und rustikal. Hier könnte man auch übernachten, sollte man sich also ebenfalls merken.

Anschliessend wollten wir eigentlich noch zum Tuhkana-Strand baden gehen, aber das Wetter wollte irgendwie nicht mehr besser werden. Wir sind trotzdem hingefahren, da sich das Wetter gefühlt alle fünf Minuten geändert hat und wir hofften, dass wir Glück haben. Beim Strand angekommen, kam dann aber noch ein Gewitter dazu. Das war nicht mehr so einladend zum Baden. Der Strand wäre aber sehr schön gewesen und ist definitiv einer für die Merkliste.

Dieses Mal haben wir vorgesorgt und für das Abendessen in einem Restaurant reserviert. Das Saaremaa Visik wurde in unserem Reiseführer empfohlen. Es ist ein cooles Restaurant mit Windmühle und einer rustikalen, regionalen Karte. Wir konnten den Tisch selbst aussuchen, da noch nicht viel los war. Das Essen war sehr gut und der Service hat sich – wie man im Zeugnis schreiben würde – wirklich Mühe gegeben. Ich hoffe, es war einfach nur an diesem Abend etwas holprig, denn eigentlich würde ich dieses Restaurant empfehlen. Für Kinder ist es auch sehr cool, es gibt ein ganzes Häuschen zum Spielen.

Von Saaremaa nach Tallinn: Letzte Etappe der Rundreise

An diesem Tag ging es langsam zu unserem letzten Ziel Tallinn. Auf dem Weg dorthin gab es aber noch einiges zu entdecken. Wie ihr inzwischen wohl schon wisst, fahren wir auch gerne einfach mal Nebenstrassen entlang.

Erstmal ging es mit der Fähre wieder zurück aufs Festland. Ich habe auf Google Maps geschaut, was es abseits der Hauptstrecke zu entdecken gibt, und wir haben uns den Matsalu-Nationalpark vorgenommen. Auf dem Weg dorthin hat mir Google „Näärekivid“ als Attraktion angezeigt, also sind wir dorthin gefahren. Es liegt etwas versteckt, man könnte es leicht verpassen. Parkieren muss man in einer Parkbucht an der Strasse und dann über eine Wiese laufen. Erst dachten wir: Sind wir hier wirklich richtig? Aber es ist offiziell so angeschrieben. Am Ende kommt man an einen wunderschönen Strandabschnitt und ist einfach allein mit sich und der Natur. Man kann den vielen verschiedenen Vögeln zuschauen oder einfach die Aussicht aufs Wasser geniessen.

Dann habe ich im Nationalpark noch einen Vogelbeobachtungsturm gefunden, zu dem wir ebenfalls gefahren sind. Die Aussicht von dort ist der Wahnsinn, und unten stehen Kühe, die sich im Wasser abkühlen. Auch hier hat man seine Ruhe, wir waren fast allein. Und was soll ich sagen: Auch dort gab es gleich wieder eine Unterkunft in der Nähe. Wir haben gesagt, wenn wir wieder kommen, müssen wir zuerst all diese Unterkünfte buchen, die wir jetzt unterwegs entdeckt haben. Wie sie wirklich sind, kann ich noch nicht beurteilen – aber wir werden es beim nächsten Mal testen.

Der letzte Halt vor Tallinn war Haapsalu, ebenfalls ein sehr schöner Ort mit dem mittlerweile schon vertrauten historischen Ortskern, und hier liegt die Burg direkt im Ort. Wir mussten etwas nach einem Parkplatz suchen – der Ort ist wohl etwas bekannter, und es fand gerade ein Markt statt, entsprechend war viel los. Etwas ausserhalb haben wir dann einen Platz gefunden und mussten halt ein Stück laufen. Im Hapsal Dietrich haben wir etwas Kleines gegessen, auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Danach sind wir noch durch den Ort zum Markt gelaufen und am Wasser entlang zurück zum Auto. In Tallinn angekommen, mussten wir zuerst schauen, wo wir parkieren konnten, da unser Hotel in der Altstadt lag und keine Parkplätze hatte. Wir wollten das Auto erst am nächsten Tag zurückbringen. Die Dame an der Rezeption hat mir die umliegenden Parkplätze gezeigt, und wir haben den genommen, der am nächsten lag.

Das Rija Old Town Hotel ist eigentlich toll gelegen, gleich am Anfang der Altstadt von Tallinn und nahe bei allen Sehenswürdigkeiten. Die Zimmer sind aber für zwei Personen sehr klein. Es gibt wohl ein paar grössere, aber wir hatten eines der sehr kleinen Zimmer. Zudem war es immer noch so warm, und im Zimmer war es trotz Ventilator ziemlich heiss. Das Frühstück war dafür sehr gut.

Als wir unsere Sachen irgendwie im Zimmer untergebracht hatten, sind wir in die Altstadt losgezogen. In jeder Strasse, Gasse oder auch in Hinterhöfen gibt es irgendetwas Interessantes zu entdecken. Auf dem Rathausplatz gibt es viele Restaurants, zum Teil eher klassische Touristenrestaurants. Wir haben uns dann aber doch für eines der Lokale dort entschieden, das auch regionale Küche anbietet. Die Kellnerin war anfangs etwas kühl und zurückhaltend, ist dann aber immer mehr aufgetaut und war am Ende richtig freundlich.

Tallinn erleben: Sehenswürdigkeiten, Altstadt und Ausflüge

Nach dem guten Frühstück, aber eben leider nicht so erholsamen Nacht, sind wir erstmal etwas ausserhalb in den Kadrioru-Park gefahren. Dort haben wir das Schloss Kadriorg besucht – ein schönes, leicht kitschiges Schloss mit Museum, beziehungsweise einer Kunstausstellung. Schloss und Schlossgarten sind sehr schön und beeindruckend. Im Park selbst könnte man viel Zeit verbringen und spazieren gehen, es gibt noch einige alte Häuser. Danach haben wir das Auto zurückgebracht, wir mussten es am Flughafen abgeben. Der Flughafen ist nur etwa 10 Minuten von der Stadt entfernt. Direkt bei der Rückgabe war eine Bushaltestelle, und wir waren schnell wieder zurück in der Innenstadt von Tallinn.

Eigentlich wollten wir ins KGB-Museum im Viru Hotel, jedoch gibt es dort nur geführte Touren, die man vorab buchen sollte. An diesem Tag war alles schon ausgebucht. Dann sind wir wieder in die Altstadt gegangen – Richtung Alexander-Newski-Kathedrale und zu einer der Aussichtsplattformen. Von dort hat man einen tollen Blick über die Stadt. Wir hatten gerade Glück und es waren nicht so viele Leute da; kurz danach kam eine Reisegruppe. Es hatte generell viele Reisegruppen und insgesamt sehr viele Menschen in Tallinn. Dort legen auch Kreuzfahrtschiffe an, und die Stadt ist wohl auch sonst ein beliebtes Städtereiseziel. So viele Menschen hatten wir sonst nirgends, auch nicht in Riga. Wir haben einfach das Beste daraus gemacht – wir hatten ja den ganzen Tag Zeit.

Wir haben uns in ein gemütliches Restaurant gesetzt, etwas Leckeres gegessen und Leute beobachtet. Danach wollten wir kurz raus aus der Stadt und noch etwas an den Strand. Wir sind mit dem Bus zum Pirita-Strand gefahren. Da es Samstag war, hatte es sehr viele Leute, aber es tat trotzdem gut, kurz raus aus der Stadt zu kommen und sich etwas abzukühlen. Leider waren auch die Strandbars alle voll. Wir sind dann einfach alles am Wasser entlang Richtung Stadt gelaufen. Man hat einen tollen Blick auf die Skyline von Tallinn, sieht aber auch eine andere Seite der Stadt: viele alte, stillgelegte Gebäude, und auch die Strandpromenade erinnert noch eher an die alten Sowjetzeiten. Ich weiss nicht, ob das bewusst so gelassen wurde oder ob einfach noch keine Zeit war, alles zu erneuern.

Den restlichen Weg sind wir wieder mit dem Bus zurückgefahren. Wir sind nochmal etwas durch die Gassen flaniert und haben uns ein Restaurant etwas abseits der Touristenmassen gesucht. Zum Abschluss dieser Estland- und Lettland-Rundreise haben wir noch einmal richtig gut gegessen.

Wir hatten einen sehr frühen Flug und haben uns um 4 Uhr morgens wieder ein „Taxi“ über Bolt bestellt. Es hat alles super geklappt.

Ich kann eine Reise nach Lettland und Estland nur empfehlen. Man sollte ruhig mal mutig sein, einfach losfahren und schauen, wohin es einen führt und was man unterwegs alles entdeckt. Mit dem Wohnmobil wäre das sicher auch eine tolle Möglichkeit – das haben wir uns fürs nächste Mal schon überlegt.

Wir werden sicher wieder in diese Region reisen und wollen beim nächsten Mal auch noch Litauen mit auf den Plan nehmen. Zudem haben wir uns ja einige Orte markiert, die wir nochmals besuchen möchten – auch zum Übernachten.

In Pärnu werden wir beim nächsten Mal sicher mehr Zeit einplanen, und es gibt einige Orte entlang der Route, die wir dieses Mal nicht besuchen konnten.

Unsere Route durch Lettland und Estland (so ungefähr 🙂 )

Häufige Fragen zur Lettland- und Estland-Rundreise: Antworten aus unserer Erfahrung

Wie viele Tage braucht man für Lettland und Estland?

Eine Woche reicht für eine entspannte Rundreise durch beide Länder – Litauen würden wir bei so kurzer Zeit eher weglassen, das lohnt sich für einen eigenen Trip.

Was kostet die Fähre von Estland zur Insel Saaremaa?

Die Überfahrt (via Muhu) kostet 20.60 Euro pro Person und dauert rund 30 Minuten. Reservieren war bei uns nicht nötig, es hatte genug Platz.

Lohnt sich ein Besuch der Burg Turaida im Gauja-Nationalpark?

Ja, auf jeden Fall. Eintritt kostet 8 Euro pro Person, es gibt einen schönen Park mit Steinfiguren und eine tolle Aussicht vom Hauptturm.

Was kostet der Eintritt zu den Angla-Windmühlen auf Saaremaa?

8 Euro für den Innenbereich, kostenlos anschauen kann man die Mühlen aber auch von der Strasse aus.

Wo übernachtet man am besten in Pärnu?

Wir waren im Rannahotell direkt am Meer – tolle Lage, wir würden aber beim nächsten Mal mehr als eine Nacht einplanen, da Pärnu einiges zu bieten hat.

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