Norwegens Norden entdecken: Meine Woche in den Lofoten im November
Im November 2024 erfüllte sich ein Traum: Eine Überraschungsreise zu meinem 40. Geburtstag führte mich nach Nordnorwegen. Speziell in die legendären Lofoten. Mein Freund hatte eine durchdachte Rundreise mit dem Mietauto geplant. Er ergänzte diese mit flexibel gestaltbaren Ausflügen.
Diese Reiseerfahrung möchte ich mit euch teilen. Die Nebensaison im Spätherbst/Winteranfang bietet authentische Erlebnisse ohne Massentourismus. Mit eigenen Herausforderungen und unvergesslichen Momenten.
Warum Norwegen im November?
Viele reisen zwischen Mai und September nach Norwegen. Besonders in den Norden und die Lofoten. Wir wählten bewusst den November: Weniger Touristen, ruhigere Orte und ideal zur Walbeobachtung.
Die Nachteile sind real. Das Wetter ist unprediktabel, die Tageslichtstunden sind kurz und Aktivitäten bei schlechtem Wetter sind begrenzt. Aber wer früh aufsteht und flexibel bleibt, erlebt pure Natur und authentische Momente.

Tag 1: Anreise nach Tromsø und erste Eindrücke
Ankunft in Tromsø: Wir flogen freitags früh ab Zürich. Das war etwa 4 Stunden Flugdauer plus 1 Stunde Zeitverschiebung. Der Flug war nur halbvoll – ein großer Vorteil. Wir bekamen die ganze Dreierreihe für uns allein. Kurz nach 12 Uhr landeten wir in Tromsø. Das ist Norwegens Tor zum Norden und eine der beliebtesten Ausgangspunkte für Nordlicht- und Walbeobachtungstouren.
Mietwagen in Tromsø buchen: Mein Tipp: Wählt einen 4×4, besonders in dieser Jahreszeit. Unser Wagen hatte Spikes an den Rädern – perfekt für potenzielle Schneefl ächen. Wenn ihr nur 1–2 Tage in Tromsø verbringt, bucht den Mietwagen erst für die Weiterfahrt. Bus und Taxi sind günstiger für die Stadt selbst.
Hotel Thon Polar Tromsø: Das Hotel liegt zentral, nur 10 Minuten vom Flughafen entfernt. Das Zimmer war klein, aber zum Schlafen ausreichend. Das Frühstück war ausgezeichnet. Das Parkhaus (Fjellet P-Hus) ist praktisch – ein Tunnel mit direktem Parken.
Macks Olbryggeri – Nordeuropas nördlichste Brauerei: Mit etwas Zeit vor Anbruch der Dunkelheit besuchten wir Macks Olbryggeri. Die Führung war spannend. In der Bar probierten wir verschiedene Biere. Es gibt rund 100 Sorten zum Verkosten! Ein perfekter erster Abend in Norwegen.





Tag 2: Orcas und Buckelwale – Walbeobachtung bei Tromsø
Walsafari mit Best Arctic: Um 8 Uhr starteten wir zur Whale Watching Tour. Diese dauerte ca. 6–8 Stunden insgesamt. Wir waren mit Best Arctic unterwegs. Das Hybridmotor-Schiff war voll. Walbeobachtung ist ganzjährig beliebt, auch wenn viele im Sommer kommen. Das Wetter war windig mit starkem Wellengang. Anfangs war es unbequem. Aber mit frischer Luft an Deck wurde es besser.
Tipps an Bord: Das Schiff hat eine kleine Bar mit Getränken und Snacks. Es gab ein Mittagessen-Paket oder übrige Suppe. Wir hatten unser Essen mitgebracht. Kaffee-Refills waren kostenfrei – was wir als Kaffeetrinker sehr schätzten!
Orcas im November – Glück und großartig: Nach etwa 2,5 bis 3 Stunden Fahrt sichtete ich einen der ersten Orcas. Wir fuhren schnell dorthin. Was dann folgte, war überwältigend. Nicht ein oder zwei, sondern 2 bis 3 Gruppen von Orcas!
Die Tour Guides waren begeistert. Sie sagten, so viele hätten sie seit über einem Jahr nicht mehr gesehen. Für etwa 1,5 Stunden beobachteten wir diese majestätischen Tiere. Der Kapitän repositionierte das Schiff immer wieder. So bekamen wir die beste Aussicht. Ich hatte Tränen in den Augen. Das war eines der eindrucksvollsten Erlebnisse meines Lebens.
November ist die beste Walbeobachtungszeit: Der November ist ideal für Orcas und Buckelwale in Nordnorwegen. Natürlich braucht es Glück. Aber die Chancen sind deutlich höher als in anderen Monaten. Zum Vergleich: In Island im September/Oktober sichteten wir nach langem Suchen nur kurz einen Buckelwal.
Rückkehr: Der Rückweg war ruhiger. Viele Passagiere schliefen. Die See, die frische Luft und das Erlebnis waren anstrengungsreich zugleich.



Tag 3: Von Tromsø nach Narvik – Berggondel und Wasserfälle
Fjellheisen – Gondelfahrt auf den Storsteinen: Vor der Fahrt nach Narvik gönnten wir uns noch einen Abstecher auf Tromsøs Hausberg. Mit der Gondelbahn Fjellheisen fuhren wir hinauf zum Berg Storsteinen. Das sind ca. 420 m. Es ist nicht billig, aber die Aussicht ist unschlagbar. Man blickt über Tromsø, die umliegenden Inseln und Fjorde. Zur Nordlicht-Saison ist das ein beliebter Beobachtungsort. Wir genossen im Restaurant eine heiße Schokolade und die klare Aussicht.
Fahrt nach Narvik – pure Natur: Die Strecke von Tromsø nach Narvik ist spektakulär. Fjorde, schneebedeckte Berge, Wildnis – überall herrliche Natur. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.
Malselvfossen – Wasserfall im November: Kurz nach Storfjord machten wir Halt beim Wasserfall Malselvfossen. Da keine Hochsaison war, waren wir ganz allein. Es war sehr kalt. Der Fußmarsch bis zum Wasserfall war kurz – perfekt. Wir gingen auch ein Stück weiter bergab. So bekamen wir einen besseren Blick auf den ganzen Wasserfallkomplex. Natürlich auch für gute Fotos.
Wunderschöner Sonnenuntergang: An diesem Tag hatten wir das beste Wetter der ganzen Woche. Klare Himmel und wunderbare Lichtstimmung zum Sonnenuntergang.
Quality Hotel Grand Royal, Narvik: Das ist ein modernes, komfortables Hotel direkt in Narvik. Parken im angrenzenden Einkaufszentrum ist praktisch. Das Restaurant servierte ehrliche, gute norwegische Küche. Das Frühstück war großzügig. Narvik selbst ist einen längeren Besuch wert. Der Hausberg Fagernfjell bietet ebenfalls schöne Aussichten. Doch zeitlich hatten wir zu wenig Zeit.




Tag 4–5: Die Lofoten – Inselarchipel und Fischerdörfer
Ankunft in den Lofoten: Auf dem Weg nach Svolvær, unserem Ziel auf den Lofoten, fuhren wir stundenlang durch Natur pur. Fast nur Wildnis, selten Häuser oder kleine Ortschaften. Dann – endlich die Hinweistafel „Lofoten“. Die Natur verändert sich dramatisch. Kleine Inseln überall, verschiedenste Strände, rauere Landschaft. Einfach Wahnsinn.
Henningsvaer – malerischer Fischerdorf: Bevor wir ins Hotel fuhren, stoppten wir in Henningsvaer. Das ist einer der fotogensten Fischerdörfer Europas. Wir parkten und erkundeten den Ort zu Fuß. Es gibt alte, sehenswerte Häuser. In der Mitte eine Brücke mit fantastischer Bergkulisse dahinter. Das Wetter war etwas neblig – die Berge waren verhangen. Aber trotzdem war es wunderschön. Im kleinen, gemütlichen Café aßen wir klassische norwegische Kardamom-Zimtschnecken.
Svinnøya Rorbuer – klassische rote Fischerhäuser auf einer Insel: Unser Hotel für 2 Nächte war das Svinnøya Rorbuer auf einer kleinen Insel bei Svolvær. Es gibt klassische rote Fischerhäuschen – „Rorbuer“ genannt – mit herrlicher Aussicht. Wir hatten eines der schönsten Häuschen mit atemberaubendem Ausblick.
Es war großzügig ausgestattet: Wohnküche mit Esstisch und Sofaecke, kleines Schlafzimmer, großes Badezimmer. Man könnte problemlos länger als 2 Nächte dort bleiben.
Auf der Rückfahrt zum Hotel haben wir noch einen kurzen Halt an einem Strand gemacht. Da es schon wieder eindunkelte, war die Stimmung etwas mystisch.
Restaurant Børsen im Svinnøya Rorbuer: Ich hatte vorher schon einen Tisch im Hotel-Restaurant reserviert. Das würde ich jedem empfehlen! Gerade in der Hochsaison (Mai–September) sind Restaurants schnell ausgebucht. Bei uns war es weniger kritisch. Aber Sicherheit ist besser. Das Restaurant servierte eine kleine, aber exquisite Karte mit echten norwegischen Gerichten. Dieser Abend war wunderbar.
Das Häuschen war wirklich großartig ausgestattet: Wohnküche mit Esstisch und Sofaecke, kleines Schlafzimmer und großes Badezimmer. Man könnte gut länger als 2 Nächte dort verbringen.
Ich hatte vorher schon einen Tisch im Restaurant des Hotels zum Abendessen reserviert. Das würde ich euch empfehlen. Reserviert immer einen Tisch – egal wo ihr seid, vor allem für den Abend. Je nach Restaurant sind diese schnell voll. Das gilt besonders in der Hauptsaison von Mai bis September. Bei uns war es weniger schlimm. Aber man ist auf der sicheren Seite. An diesem Abend hatte es einige große Gruppen im Restaurant. Deshalb war eine Reservierung sicher gut.
Ich kann das Restaurant Børsen auf jeden Fall empfehlen. Es gibt eine kleine Karte mit wirklich leckeren norwegischen Gerichten.







Tag 4
Restaurant Kjøkkenet – urchiges Norwegen: Ursprünglich hatten wir eine geführte Nordlicht-Tour gebucht. Aber das Wetter machte es unmöglich. Die Tour wurde abgesagt. Stattdessen gönnten wir uns ein richtig gutes Abendessen im Restaurant Kjøkkenet. Es gab authentische norwegische Küche in urigem Ambiente.








Tag 5
An diesem Tag mussten wir wieder zur Rückkehr aufs Festland. Wir verließen die Lofoten. Für die Rückfahrt haben wir eine andere Route gewählt als auf dem Hinweg. Zusätzlich haben wir noch einen Abstecher nach Harstad gemacht.
Harstad ist die drittgrößte Ortschaft in Nordnorwegen. Es ist ein wichtiges Zentrum für Fischfang und Ölindustrie. Wir fuhren zur Adolfkanone bei Harstad. Wir wollten diese besichtigen. Doch wir wussten nicht, dass man dies vorher anmelden muss. Besichtigungen sind nur mit geführter Tour möglich. Wenn ihr die Adolfkanone besuchen wollt, bucht unbedingt im Voraus eine Tour. Wir haben stattdessen die Trondenes Kirke besucht. Sie liegt auf demselben Weg. Danach haben wir noch den schönen Stadtkern von Harstad erkundet. Wir legten eine Kaffeepause ein.
Im Anschluss sind wir weiter nach Bardufoss gefahren. Unterwegs kamen wir durch einige schöne Orte und Fjorde. Wir haben sogar Rentiere gesehen – einfach im Vorgarten eines Hauses. An diesem Reisetag haben wir nicht mehr viel unternommen. Wir mussten einige Kilometer fahren. Dadurch blieb wenig Zeit.
In Bardufoss haben wir im Bardufosstun übernachtet. Dies ist eher eine Jugendherberge. Normalerweise wird sie auch für Sportler bei Sportevents genutzt. Wir haben gleich dort zu Abend gegessen. Im Ort gab es sonst nicht viele Möglichkeiten. Wir waren positiv überrascht: Das Essen war sehr gut. Die Portionen waren groß.
Wir fühlten uns ein bisschen, als würden wir bei Oma essen. Eine ältere Dame hat gekocht und serviert. Sie hatte offensichtlich Angst, wir könnten verhungern :-). Das Frühstück am Morgen war ebenfalls sehr reichhaltig und gut. Für eine Nacht ist dieses „Hotel“ in Bardufoss völlig in Ordnung. Beim nächsten Mal würden wir aber wahrscheinlich eine andere Station zum Übernachten wählen.



Tag 6: Zurück aufs Festland – Harstad, Bardufoss und der Polar Park
Rückfahrt nach Tromsø – Wetterwechsel in Echtzeit: Wir wählten einen anderen Weg zurück nach Tromsø. Zusätzlich machten wir einen Abstecher nach Sommareøy. Die Wetterbedingungen waren extrem: Regen, Schneegestöber, Wind. Und das ändert sich in jedem Fjord aufs Neue! Du fährst durch eine wunderbare Schneelandschaft. Du biegst um eine Kurve. Plötzlich ist es grün und es regnet.
Das war eindrucksvoll, aber auch anstrengend zum Fahren. Das frühe Dunkelwerden machte es nicht leichter. Im November wird es bereits um 15 Uhr dunkel.
Zurück in Tromsø – finaler Abend: Zurück im Hotel Thon Polar ging es ins vertraute Parkhaus. Zum Abendessen gingen wir ins Biffhuset Skarven. Das ist ein norwegisches Steakhouse. Es war unser letzter Abend. Am nächsten Morgen flogen wir leider schon wieder nach Hause.





Tipps und häufig gestellte Fragen für Ihre Lofoten-Reise
Ich liebe den Norden. Das gilt egal zu welcher Jahreszeit, egal welches Land. Nordnorwegen und die Lofoten sind für mich eine faszinierende Mischung. Sie kombinieren Islands wilden Charakter mit Schwedens landschaftlicher Schönheit. Die Lofoten selbst sind rauer und mystischer. Im Landesinnern wird es grüner und ländlicher.
Der November bot uns genau das, was wir brauchten: Ruhe, Authentizität und weniger Touristen. Klar, das Wetter war manchmal fordernd. Die Tage waren kurz. Aber wer früh aufsteht und flexibel bleibt, erlebt unbezahlbare Momente. Mit dem Mietauto waren wir unglaublich flexibel. Wir konnten unsere Route selbst gestalten.
Diese Woche hat uns glücklich gemacht. Wir haben bereits eine Liste von Orten und Aktivitäten für den nächsten Besuch. Dann machen wir Wanderungen wie den Reinebringen oder den Ryten. Wir bleiben länger in Nusfjord. Und wir hoffen, die Nordlichter über Sommareøy zu sehen.

